copyright: eva-d

innerer frieden, wenn die frequenzen im einklang schwingen, ist eine theorie, in der kunst ist es ein gespür. die harmonie in der disharmonie, das stehenlassen im unfertigen, dieser hauch der freiheit auf festem fundament. eben, weil eine richtung gegeben ist. die leerstelle ist der atem, den das volle zum leben braucht. yin und yang, ein ewiges pendeln. kommt es zum stillstand, ist öde.

nicht jedoch tod, denn er, der erbrachte strich, schon vorbei, ist genau das leben, weil gerade dieser strich den impuls zum weiter, dem morgen, gibt. das jetzt: das auf-geregte sein, die friedliche regung, zwischen beidem.

wo gibt es so einen materialisierten ausdruck zwischen leben und tod, zwischen körper und idee, taktilem und geist wie in der bildenden kunst?

diese sinnlichkeit, ja, ich kann ein kunstwerk berühren, riechen.

ich liebe die malerei, auch wenn sie mich zum wahnsinn treibt. immer wieder der wunsch, leben zu erwecken. das ständige spielen zwischen den zeiten. ist der strich gemacht, so scheint er schon von gestern, und gleichzeitig eröffnet er das tor zum morgen, lässt hoffnungen und wünsche tanzen, gräbt in erinnerungen, und ist beim betrachten doch vollkommen eine meditation im jetzt.

 

copyright: eva-dhumor und kunst.

das ist eine zweischneidige sache.

zweischneidig, weil der humor immer von der sache entfernt, einen aussenblickk gibt. distanz.

auf der anderen seite erlaubt gerade der humor, in die geschichten anderer einzusteigen. frei und ohne jeglichen moralischen druck. heiter. fliegend.

die götter lachen, wenn sie an uns denken. sie lachen uns nicht aus. sie spornen uns an. weil lachen das tor zur weisheit bedeutet. altlasten fallen. der erden dramen nur noch in form von säuselnden schatten haftend, wie die weissen flügel an einer butterblume hängen, immer bereit, sich widerstandslos zu lösen und in den hafen des werdens zu schweben.

nur ein hauch. und sie sind fort.

es soll nicht ein tag vergehen, an dem nicht einmal gelacht wurde. nietzsche.

nicht das mitleiden öffnet türen.

das lachen bricht deiche.

kein halt. treiben. lassen. keine angst vor fluten und fällen.

schönheit pur, weil freiheit erlebend.

copyright: eva-dist malen ein manischer drang?

meditation, suche nach sinn, sucht nach intensität und selbstausdruck, ein kloster der einsamen und träumer?

grenzenloses grenzenüberschreiten.

der wunsch nach zärtlichkeit und geborgenheit.

endlich ausatmen. einen atem zu ende führen. kein stopp.

dramen leben und erleben, schreien, lieben. rücksichtlos. nur der blick kann noch begrenzend dazukommen.

die wirkliche kunst scheint mir zu sein, offenen auges die augen zu schliessen.

ich erinnere mich an meinen autounfall.

ich wusste, es gibt keinen ausweg mehr. der LKW würde in wenigen sekunden auf mein auto schlagen und mein auto durch die luft wirbeln. auf der autobahn. 110 km/stunde.

meine einzige frage: sollte ich das steuer loslassen und mich in mich zusammenkugeln, die arme vor den augen, um diese, meine pforten zur welt, zu schützen?

dieser moment, diese entscheidung, die existentiellste, die ich in meinem leben gefühlt hatte, und sie liess sich so leicht  treffen. gefühlte stärke, zuversicht, ich liess los.

liess los und die bestimmt schillernsten farben, die ich bisher und seitdem gesehen hatte, wurden mir geschlossenen auges sichtbar. ruhe. die absolute schönheit und faszination, währenddessen es einen riesen knall und metallernes krächzen im hintergrund gab.

mir ist das loslassen nie so leicht gefallen wie in diesem moment zwischen tod und leben. nie war es so unglaublich beruhigend.

ich hatte getan, was mir richtig erschien. ohne zweifel. heldenhaft, so verspürte ich es. stark. weich. dem schicksal ergeben.

malen.

darum male ich.

weil ich eine mission habe. so fühle ich es seitdem.

so weiss ich es.

“die normalität ist eine gepflasterte strasse; man kann gut darauf gehen, jedoch wachsen keine blumen auf ihr.” (vincent van gogh)

019schwärze. linie. geballte dunkelheit. nacht.

weiss. die offene ebene. unberührt.

201fliessen, hiebe, ich lache laut auf. der strich verzerrt. ein mund wird sichtbar. schräg. augen. wieviel ein leichtes schielen den ausdruck verstärkt.

202es sind diese unebenheiten.

ein hall.

aus dem nichts, jetzt, resonanz.

011ES sieht mich an.

226diese gestalten.

wie ein bienenstock. es schwirrt, summt, ES surrt.

303malen heisst, die box, die um mich ist, abzulegen. nackt. durchlässig.

eine nomadin im eigenen leben. ankerlos treibend im fluss der geister.

305wer sind sie?

362ich male. male. wann verebben sie? verebben die geister überhaupt oder wird mit jedem neuen eine vielzahl neuer geboren?

malen heisst die unendlichkeit körperlich zu spüren.

solange meine geister leben, lebe auch ich, denke ich.

335die gepflasterte strasse birst. blumen.

1i “derjenige, der ein WARUM zum leben hat, kann fast jedes WIE ertragen.” (f. nietzsche)
komisario. du gehst deinen weg. ich gehe meinen weg, schreibst du, ich tue, was ich tun muss. ohne mir die frage nach dem glück zu stellen. meine ziele geben mir energie und kraft. der weg zum ziel ist ein abenteuer, und es ermöglicht mir, zu lernen und zu verstehen und hoffentlich mit jedem tag etwas weiser zu werden.
was ist dein ziel?
du gehst.
die einsamkeit dein bester freund. gerade, krumm, wie es kommt.
die wellen schlagen, der geist treibt. weiter. immer weiter.
konventionen: kein thema mehr. es heisst zu gehen. dem inneren strom, dem willen, einem traum zu folgen. getrieben. angstlos. ausgeliefert nur dem schreien, das aus dir schallt. trance in permanenz. boum, boum, boum, das pochern des herzens. nicht im geist verankert. rein der körper. das adrenalin, das den ultimativen kick zum erreichen, zum fliegen, zum sprung in das unsagbare ermöglicht.

leere.
raum.
ist es die freiheit, die dich geisselt, treibt, besticht, fesselt und auch lebendig macht?
ich bewundere dich, wundere mich. komisario, du bist der meister des freien falls.
wie war das, als ich selbst, im alter von 4 jahren, von den schultern eines 20-jährigen gefallen bin. weiss mein gurt, seiner schwarz. judo. wie war der aufprall. leicht? schwer? ich habe nur glückliche erinnerungen.
komisario. du lebst. du fällst. du springst. geschmeidig wie eine katze.
immer weiter.
weiter.
wohin geht die reise?
unsagbar.
entscheidend:
du lebst.
das ist komisario.

copyright: eva-done of these days.
die starrheit einer person ist ihr untergang.
malerei: weichheit.
weich sein, offen, flexibel.
das gras neigt sich im wind, selbst ein tritt erschüttert es nicht.
die quelle, die nahrung, sie kommt aus dem grund. wasser.
reines wasser, das strömt. im fluss sein. bazrima.
die malerei ist EIN weg, das leben zu erfahren. es gibt so viele andere. denke ich.
ich weiss es nicht.
doch ja, ich weiss es.
die malerei ist dieses riesen experimentierfeld für das, was das leben ist.
die malerei ist ein wegweiser für das, was ein leben sein könnte und sein kann.
für das, was leben ist.
malerei ist materialisiertes und verewigtes denken und träumen.
in jedem moment einen schritt weiter gehen. grenzen sprengen.
die farbe, der strich, die form, all das hat eine riesen anziehungs- und verführungskraft.
jenseits der sprache.
schönheit PUR.
einzig fühlen und sich führen lassen.
ein spiel mit der erfahrung LEBEN.
ohne, dass es schmerzt.
die leinwand schweigt.
so scheint es.
sie liebt dich, wenn du du sie liebst.
sie blockiert dich, wenn du blockiert bist.
der spieltrieb im menschen… vielleicht das einzig menschliche.
weil er so ziellos ist,
und einfach lebt,
im jetzt.
what will be, will be.

copyright: eva-ddas weiche wasser gräbt den weg.

ich habe so viele wasserzeichen.

wasser.

unaufhörlich. untergründig. beharrlich.

warum heisst der wasserweg flussbett? weil sich dort eine beständige ruhe ausdrückt?

„always be true to yourself.“

eine frage, die mich tief beschäftigt:

wo fängt die kunst an und wo endet sie.

endet ein bild in dem moment, wo ich ich die malerei beende oder bildet das öffentliche zeigen den ultimativen endzeitpunkt.

und wenn dem so sei, inwiefern ist der künstler auch verantwortlich für den rahmen, in dem sich seine kunst ausstellt? oder ausgestellt wird.

zaudern. zögern. winden.

was ist der kunst-markt?

gibt es eine alternative und ist sie erstrebenswert?

berge. sie scheinen eisern zu protzen. unüberwindlich.

ich spüre das unaufhörliche abdriften in meine ganz eigene welt, die nur mir gehört. warum sollte ich sie teilen, wenn diese gewaltigen berge über mir herrschen wie das letzte gericht?

passen kunst und marktmechanismen zusammen?

was kann ich selber konstruieren?

habe ich blockaden oder beschreite ich den weg meiner ganz eigenen wahrheit?

sollte ich:

unterwandern?

mitfliessen?

verwässern? (das klingt fade.)

ich werde mich einem experiment aussetzen. und ich drücke mir alle daumen, dass ich mein haupt nicht schon vor ende dem süssen vergessen hingebe und mich wieder in meiner ganz eigenen welt aale. dort, wo ich zu hause bin?

des experiments name: aussen.

copyrigt: eva-dgebunden.

verbindung.

freiheit in dem band, das sich um mich bindet. freiheit durch das band, dessen ich mich hingebe und das sich so süsslich um mich windet.

malerei. liebe. leben.

nur durch dieses band, das mich an das aussen klebt, fesselt, und zitternd aufgeregt zur bewegung stimuliert, nur dadurch finde ich letzlich zu mir.

was bin ich ohne den spiegel?

ohne das aussen?

meine hand bewegt den stift, die hände verlieren sich in der sinnlichkeit der farbe, die frisch und feucht aus der tube quillt. was entsteht: ein aussen. mein innen. eine geburt. blutig im schmerz, manchmal, erleichternd, immer, weil „es“ endlich luft bekommt und zu einem neuen selbst gebiert.

in jedem neugeborenen liegt das potential des völligen anarchismus.

anarchistisch, weil so unendlich frisch und fern jeder konvention…. wenn ich es zulasse… diese offenheit.

kein leben gleicht dem anderen.

jede malerei, jedes neue bild, eine neues puzzleteil im abenteuer leben.

copyright: eva-dkomisario zählt stiere. andalusien. 

es seien mehr kühe und kälber als stiere. verliebt, ja, er ist schon verliebt.

vom ungezähmten musiker, schlagzeug, dann gezähmt, klarinette im wiener orchesterleib, institutionell kämpfend im verwaltungsstaat frankreich, türenschlagen, weiter hin zum wilden osten, berlin.

die haare rasiert. profil,  das sich zeigt. basto rocks against establishment. roh. leidenschaftlich. wieder er.

erste kompositionen, rhythmen, farben, tempo und trieb.

woher nur die basis nehmen?

gold. 

jahre im sog nach dem süssen glück.

heute die nachricht: ich zähle stiere. ich bin verliebt.

copyright: eva-dich fühle mich nicht wirklich in dieser welt.

das ist keine tragik und auch nicht schade oder sonst wie irgendwie traurig.

im gegenteil, das ist freiheit.

des künstlers seele lebt wahrscheinlich im traum. jeden tag wieder neu, schaffen wir unsere welt und nähern uns unseren träumen.

und idealen.

?

ein ideal bedeutet als solches schon gefängnis.

?

es ist nicht mehr offen, für das, was wirklich passiert.

?

im traum, jedoch, bewerten wir nicht. ich habe dort kein morgen, ich gehe mit dem strom und lasse mich fallen. manchmal endet es als ein alptraum, ein anderes mal als ein scheinbar symbolisches vorzeichen zu einer anderen, und warum nicht so ehrlich sein und sagen, höheren existenz.

auf erden sind wir verhaftet dem materiellen. so ist es gesagt. nur was ich berühren kann, ist wahr.

in der malerei spielen andere regeln.

ich lebe, wenn ich träume und mit dem strich weitergehe.

das bedeutet wahre freiheit für mich.

der richtung des strichs folgen und neue, mir unbekannte welten schaffen, die doch wiederum ganz mit mir verhaftet sind, da sie meiner hand entspringen.

die hand, das ist mein körper mit perfekter verbindung zu meiner inneren welt… vorstellung, würde schopenhauer sagen.